50 Jahre Würzburger Bergbund-Hütte (1958-2008)
50 Jahre sind seit dem Beginn des Hüttenbaus vergangen und, wie der Rückblick zeigt, waren mit jedem Bauabschnitt auch viele Verbesserungen und Erweiterungen verbunden.
Spatenstich im Frühjahr 1958
Bei denkbar ungünstigen Wetterbedingungen erfolgte im April 1958 der erste Spatenstich und bereits im Dezember konnte die Jungmannschaft ihren Nikolausabend in der Hütte feiern.
Im Juli 1959 war dann die Einweihung.
Gleichzeitig gingen ständig Umbau und Erweiterungsmaßnahmen einher, dennoch entschloss man sich 1961 zu einem kompletten Neubau. Die Baumaterialien mussten unter schwierigsten Bedingungen zur Hütte geschafft werden, auch der Innenausbau wollte gut überlegt sein und war erst 1968 so richtig fertig.
So kam es, dass trotz ständiger Erneuerung die Hütte im Grunde bis zur letzten Umbauphase von 2005 bis 2008 unverändert geblieben ist. Die Unterhaltung war allerdings auch immer mit großen Kraftanstrengungen verbunden.
Modernisierung und Ausbau
In den 1980er Jahren wurde das Dach isoliert und mit Kupfer gedeckt und auch der Ofen musste mehrmals erneuert werden. Sämtliche Einglasfenster wurden durch Fenster mit Isolierglas ersetzt und der jetzige „Altbau” wurde einer Außenrenovierung unterzogen. Der Brennholzschuppen und das Gaslager wurden errichtet, die Eingangstür erneuert, anschließend der Eingangsbereich und die Toiletten gefl iest. Die mittlerweile nicht mehr existente Waschrinne wurde erneuert und die Dachliegefenster ausgewechselt. Dass die Hütte so „bewohnt” werden kann, verdanken wir vor allem der Nürnberger Quelle, die das Wasser spendet und uns auch im heißesten Sommer noch nicht im Stich gelassen hat. Trotzdem war sie längere Zeit unser Sorgenkind, da die Qualität durch die Schafbeweidung zu wünschen übrig ließ. Mit konkreten Maßnahmen wie Quellsanierung, Oberflächenwasserableitung, Weideschutzgebiet und Erneuerung der Wasserleitungsrohre konnten wir dieses elementare Problem lösen.
Um die Hütte herum
Seit Baubeginn wurden immer wieder Grundstücke am Himmeldunkberg erworben, so dass uns heute auch Wiesen und Wald im Hüttenbereich gehören. Besonders die Pflege des Waldes ist sehr arbeitsaufwändig; durch immer wieder schwere Sturmschäden sind wir seither mit viel Waldarbeit beschäftigt. Nachdem im Rahmen der Flurbereinigung schon bis zu den Buchen ein Weg gebaut worden war, konnten wir Ende der 1990er Jahre die restliche Strecke zur Hütte befestigen. Auch der Hütteneingang wurde saniert und überdacht, wobei große Erdbewegungen nötig waren.
Naturschutzgebiet? Ja oder nein?
Schwierige Zeiten begannen im Herbst 1999, als es Bestrebungen der Regierung von Unterfranken gab, den gesamten Himmeldunk als Naturschutzgebiet auszuweisen. Unsere Hütte, die in jahrzehntelanger Eigenleistung gebaut und unterhalten wurde, sollte abgerissen werden und der Berg der Natur, vor allem den Vögeln, überlassen werden. An anderer Stelle sollte eine neue Hütte entstehen und die Umsiedlung aus EU-Fördermittel gezahlt werden. Die Verhandlungen zogen sich über Jahre hin und kamen erst durch fehlende Finanzmittel zum Stillstand. Wir schöpften daraus neuen Mut und reichten einen Bauplan für Sanierungsmaßnahmen ein. Die Genehmigung dieses Bauplans zog sich fast drei Jahre hin. Als wir dann 2005 endlich die Baugenehmigung in Händen hatten, gingen wir unverzüglich ans Werk; zuerst mit Hilfe von Bagger und Kran, dann in Eigenleistung bezüglich des gesamten Innenausbaus (Spül- und Kochküche, Wasch- und Schlafräume). Als ob die Arbeiten an der Hütte nicht schon genug wären, entwurzelte 2007 der Sturm „Kyrill” über 100 Fichten. Die Aufarbeitung wurde wegen drohenden Borkenkäferbefalls zügig vorgenommen. Die hochwertige Außenisolierung, die am Altbau angebracht worden ist, hat noch einmal alle Kraft gefordert.
Viel Arbeit wurde geleistet
Von 2005 bis 2007 wurden 4300 Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet, Werkzeuge geliehen und Fahrtkosten getragen.
Man könnte fast meinen, wir haben unsere Hütte nur zum arbeiten! Dabei können wir von vielen sonnigen Urlaubstagen zu allen Jahreszeiten, von Wochenendwanderungen und Geburtstags- und Familienfeiern berichten.
Viele Gruppen sind seit über 20 Jahren unsere Stammgäste und unser ehrenamtlicher Hüttendienst funktioniert ausgezeichnet.
Mögen alle Mitglieder und Besucher unserer Hütte die Stille der Natur und die Schönheit der Landschaft genießen, sie pflegen und bewahren für weitere Generationen.