Gut vorbereitet starteten wir am 7. Oktober nachmittags mit einer Fahrgemeinschaft in Würzburg und erreichten am späteren Abend Nauders in Tirol. Ausgerechnet jetzt schwenkte das Barometer nach einem goldenen Herbst doch wieder auf Schmuddelwetter um.
Davon ließen wir uns nicht abschrecken und starteten nach einem Power-Frühstück, um die ersten Höhenmeter (von knapp 2000 hm im Verlauf des Tages) in Angriff zu nehmen. Über Forstwege ging es hinauf auf den Mutzkopf, einen der Hausberge von Nauders. Nach einer schnellen Abfahrt nahmen wir das Highlight des Tages in Angriff: Die Uinaschlucht. Schon bei der Anfahrt dorthin setzte der Regen ein. Die Schlucht selbst darf nur schiebend bewältigt werden, bescherte uns tolle Tief- und Weitblicke – und kalte und nasse Klamotten. Nach einer kurzen Einkehr in der Sesvennahütte schnell weiter talabwärts nach Laatsch, wo uns Sonnenschein und warme Duschen empfingen.
Tag 2 führte uns noch weiter südlich durch das Val Mora nach Livigno in Italien. Zum einrollen nutzten wir den Radweg im Münstertal bevor es wieder alpin wurde. Diesmal war uns das Wetter hold und die Regensachen konnten im Rucksack bleiben. Leider hatten alle angepeilten Hütten und Almen bereits geschlossen, so dass unser erstes Ziel der Supermarkt in Livignio war.
Über Nacht kam der Regen zurück und wir entschlossen uns daher die Tour etwas abzukürzen. Anstatt einen Bergpass zu erstrampeln, zogen wir die bequemere, trockene Fahrt mit dem Bus durch den Tunnel bis zum Fuße des Ofenpasses vor. Erst ab da ging es hinaus in den Regen. Die Auffahrt zur Passhöhe war zäh, kalt und nass. Und es sollte nicht besser werden, aber zumindest ließen wir abseits der Straße den Autoverkehr hinter uns und nahmen eine paar schöne Trails unter die Stollen unserer Mountainbikes. Langsam, aber sicher kroch die Kälte und Nässe unter die Haut, so dass wir froh waren, unseren Zielort S-charl in der Schweiz schon am frühen Nachmittag zu erreichen.
Zum Abschlusstag war uns das Wetter wieder hold. Da wir nicht zu spät die Rückfahrt nach Würzburg antreten wollten starteten wir eine halbe Stunde früher als üblich und Tourguide Max hatte eine entsprechend kürzere Route zum Ausgangsort geplant. Bei frostigen Temperaturen ging es los in den Talort Scuol und am Inn entlang bis kurz vor den Grenzort Martina. Ab dort führte eine schmale Passstraße auf den Mutzkopf, den wir am ersten Tag bereits von der österreichischen Seite erklommen hatten. Bis ins Tal nach Nauders konnten wir, mit einem breiten Grinsen im Gesicht und schönen alpinen Herbstwetter, die angelegten Endurotrails genießen.
Danke an Max für die großartige Organisation
Wir waren uns einig eine ähnliche Tour wiederholen zu wollen.
Text: Martin Gruner